Wie geht man mit verdächtigen E-Mail-Anhängen um?
Eine polizeiliche Vorladung. Eine angebliche Urheberrechtsverletzung. Eine offene oder neu ausgestellte Rechnung. Kriminelle haben viele Möglichkeiten, über E-Mail-Anhänge Schadsoftware auf die Endgeräte ihrer Opfer zu schleusen. Woran sich der Phishing-Versuch erkennen lässt, welche Anhänge besonders verdächtig sind und wie sich potenziell gefährliche Dateien ganz einfach überprüfen lassen, erklärt dieser Artikel.
So wollen Kriminelle ihren Opfern Schadsoftware unterjubeln
Es läuft immer nach dem selben Muster ab: Eine E-Mail flattert unerwartet ins Postfach. Ihr Inhalt ist in den meisten Fällen beunruhigend, auf jeden Fall macht er zumindest neugierig. Es geht um eine gerichtliche Vorladung, eine offene Rechnung, eine Urheberrechtsverletzung oder eine Bewerbung. Unabhängig vom konkreten Thema, haben alle Nachrichten eine Sache gemeinsam: Die Empfänger:innen sollen dazu gebracht werden, die angehängte Datei zu öffnen – und somit unbemerkt Schadsoftware auf ihrem Endgerät zu installieren. Dafür nutzen die Kriminellen zum Beispiel folgende Texte:
Die Betrüger:innen legen sich für diese Phishing-Masche unterschiedlichste Fake-Identitäten zurecht. Die am häufigsten beobachteten Varianten:
- Polizei – Strafverfahren/Anklage
- Anwaltsbüro – Urheberrechtsverletzung
- Unternehmen – Rechnungen
- Privatpersonen – Bewerbung
Welche Anhänge sind besonders gefährlich?
Grundsätzlich eignen sich viele unterschiedliche Dateiarten für den Transport von Schadsoftware. Einige Varianten sind aber besonders dafür prädestiniert. Findet sich eine der folgenden Optionen im Anhang, sollten die Alarmglocken extra laut schrillen:
- *.zip
- *.rar
- *.html
- *.exe
- *.pdf
Nicht nur Anhänge! Schadsoftware lässt sich nicht nur über E-Mail-Anhänge verteilen. In vielen Fällen setzen die Kriminellen auf angebliche Download-Links als Teil der Nachricht. Die über den Link heruntergeladenen Dateien enthalten dann die gefährlichen Programme.
Was tun mit verdächtigen Anhängen?
Die erste und wichtigste Regel im Umgang mit verdächtigen Anhängen: Nicht ohne Sicherheitsvorkehrungen öffnen! Ein Klick reicht leider oftmals schon aus und die Kriminellen haben erreicht, was sie wollten. Stattdessen wird dringend eine Sicherheitsüberprüfung empfohlen! Am einfachsten lässt sich diese auf der Website virustotal.com durchführen.
- Laden Sie die verdächtige Datei zunächst auf Ihr Endgerät herunter. Nicht öffnen! Nur herunterladen! Keine Sorge: Der Download allein ist nicht gefährlich.
- Öffnen Sie nun die Website virustotal.com und klicken Sie dort auf den Button „Choose file“.
- Suchen Sie die verdächtige Datei – sie liegt üblicherweise im Download-Ordner – und laden Sie diese hoch.
- Die Website überprüft nun die Datei und fasst die Bedrohungslage in einem einfach verständlichen Abschlussbericht zusammen.
Findet virustotal.com keine Bedrohung, können Sie den untersuchten Mail-Anhang bedenkenlos öffnen. Schlägt das Programm allerdings Alarm, löschen Sie die Datei sofort aus dem Download-Ordner und auch aus dem Papierkorb! Löschen Sie zudem die verdächtige E-Mail und blockieren Sie den Absender!
Sicherheitsupdates! Achten Sie darauf, Ihr System immer auf dem neuesten Stand zu halten! Moderne Betriebssysteme erkennen Gefahren mittlerweile sehr gut und schlagen im Fall der Fälle auch ohne Untersuchung auf einer externen Website Alarm.
Anhang mit Schadsoftware geöffnet? Das können Sie tun!
Haben Sie einen verdächtigen Mail-Anhang ohne Überprüfung geöffnet und befürchten Sie nun, dass Ihr Gerät von Schadsoftware befallen sein könnte, gehen Sie folgendermaßen vor:
- Führen Sie so rasch wie möglich einen umfassenden Virenscan Ihres Gerätes durch! Nutzen Sie dafür mehrere unterschiedliche Programme.
- Wurde beim ersten Durchgang nichts gefunden, warten Sie ein paar Tage und führen sie einen erneuten Scan durch! Manche Schadprogramme installieren sich erst mit einer kleinen Verzögerung.
- Beauftragen Sie im Zweifelsfall IT-Expert:innen mit der Überprüfung Ihres Geräts!
- Sobald Sie sicher sind, dass Ihr Endgerät nicht mehr befallen ist, ändern Sie umgehend alle wichtigen Passwörter (z.B. Online-Banking, Social Media, E-Mail etc.).
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei!
Wie Sie vermeiden, in die Falle zu tappen!
Die wirksamste Waffe gegen Betrugsversuche ist: Wissen. Wer die gängigsten Tricks versteht, erkennt Warnsignale schneller und kann besser reagieren. Bleiben Sie deshalb stets up to date – am besten mit den Info-Angeboten von Watchlist Internet